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Im Rahmen des Lesefestivals 'Leipzig liest' veranstaltet die schwarzwurzel eine Lesung mit Peter Bierl zum Thema:

„Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“.

Am 25.3.17 um 17 Uhr im Handstand & Moral
(Merseburger Straße 88b).

Umweltschutz ist nicht per se links, sondern hat braune Wurzeln und Kontinuitäten. Die ersten Grünen waren Lebensreformer und Heimatschützer. Ihre Vertreter bepflanzten die Seitenstreifen von Hitlers Autobahnen mit heimischen Gewächsen, entwarfen Landschaftspläne zur Eindeutschung von erobertem Lebensraum im Osten und testeten die biodynamische Landwirtschaft in Konzentrationslagern. Germanenmythen und Judenhass, Eugenik und Bevölkerungsregulierung prägten noch die Anfänge der modernen Ökologiebewegung und der Grünen.

Heute agitieren NPD und Kameradschaften gegen Gentechnik und Atomkraft, weil sie deutsches Erbgut schädigen. Für Tiefenökologen und Biozentristen ist der Mensch eine Plage, das Krebsgeschwür der Erde, statt den Kapitalismus als Ursache für ökologische Zerstörungen anzugreifen. Einwanderung lehnen sie ab. Postwachstumsökonomen prangern eine Zinsknechtschaft an und favorisieren einen regionalen Kleinkapitalismus.

Umweltschützer und Globalisierungskritiker wollen die Vielfalt der Kulturen bewahren, als handele es sich um verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Der Gedanke eines solchen Ethnozoos geht auf Vorstellungen der Neuen Rechten zurück, die damit den altbekannten Rassismus kaschierten. Dabei haben sich Kulturen immer entwickelt und vermischt und manche kulturelle „Eigenheit“ wie Genitalverstümmlung oder Homophobie sollte sofort zugunsten einer globalen Monokultur der Solidarität und Selbstbestimmung eingeebnet werden.

Der Journalist Peter Bierl stellt in seinem Vortrag die braune Geschichte des Umweltschutzes und aktuelle Erscheinungsformen kritisch dar. Er ist Autor von „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (Unrast-Verlag 2014), „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell“ (Konkret-Verlag, 2012) sowie „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“ (Konkret, 2005).

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Getränke werden gegen Spende angeboten.

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